Calvin Gomez: Das Leben der Anderen

wpid-wp-1439673227377.jpegDer Titel, „Das Leben der Anderen“ meint Menschen, die zwar unter uns leben, aber keinen Platz an der Sonne haben. In Calvin Gomez Roman spielen Menschen am Rande oder außerhalb unserer Gesellschaft eine Rolle, allen voran der arbeitslose und verschuldete Hartmut Richter, ein ü.50-jähriger, fleissiger kleiner Schlosser. Er leidet sehr unter seinem beschissenen Leben. Endlich findet er eine Arbeit, allerdings nur Reinigung, nur schwarz und dann auch noch im Rotlichtmilieu Egal, er arrangiert sich damit, und die Reperbahn wird für ihn zu einem Start in ein besseres Leben. Er lernt SüdamerikanerInnen kennen, die illegal in Hamburg und von der Sex- oder Drogenbranche leben. Durch seine Kontakte in die südamerikanischen Subkultur ergeben sich für Hartmut Gelegenheitsjobs und Freundschaften. Eduardo und Elisa, ein junges Paar aus Peru, bieten ihm 10.000,- DM, wenn er die Vaterschaft für deren Tochter übernimmt. Der Langzeitarbeitslose freut sich nicht nur über das Geld, sondern auch, dass er nun endlich mal den Behörden eins auswischen kann. Denn Mutter und Kind erhalten mit dem legalen Status Sozialhilfe, Alimente, Krankenkasse…
Leider hält die Freude nicht lange. Die jungen Eltern werden bei einem Drogengeschäft erschossen. Was wird nun aus der kleinen Valentina? – und aus Hartmut? Der Roman steht an einem Wendepunkt. Eben diese Frage stellen wir Lesenden uns später erneut, als die Eltern Eduardos aus Peru nach Hamburg reisen, um nach ihrer Enkelin zu suchen…

Je weiter ich gelesen hatte, desto mehr hat mich der Roman berührt. Von Beginn an gefielen mir die Personen und Schauplätze der Handlung, schon allein weil es ein außergewöhnliches Setting ist.
Sprachlich fand ich das Werk eher mittelmäßig. Zum Teil sehr schöne Wendungen und Beschreibungen, teilweise altbacken wie ein Geschichtenerzähler von anno dazemahl und dann wieder extrem einfache Formulierungen. Das Buch hätte mir an vielen Stellen weniger ausführlich besser gefallen, trotzdem finde ich es schade, dass es wenig bekannt ist, und empfehle es unbedingt weiter.

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