Ska Parker: Drei Monate ohne

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Ska Parker: Drei Monate ohne festen Wohnsitz in Berlin
Untertitel: Deutschland schaut weg! Obdachlosigkeit in Berlin
habe ich gerade gelesen, bin aber nicht so begeistert davon.
122 Seiten, ausschließlich als eBook erhältlich. Meiner Meinung noch lohnt sich der Kauf nicht, auch wenn es sich nur um einen Minibetrag von wenigen Euro handelt. Ein paar interessante Tipps stehen in dem Buch, einige ihrer Gedanken und Erlebnisschilderungen fand ich interessant. Leider enthält das kleine Büchlein unzählige Wiederholungen, die mir sehr aufgestossen sind und ich habe ihre Schreibe als ausgesprochen schlecht empfunden. Eine Zusammenarbeit mit professionellen Schreibern wäre für die Publikation sinnvoll gewesen, so wie es z.B. zwischen der drogensüchtigen Christiane F und einem Reporterteam vom Stern erfolgt ist, um nur ein Beispiel spontan zu nennen. Die Autorin berichtet über sich selbst, ohne Schulabschluss von der Schule abgegangen zu sein, was wohl ein Grund für ihre schlechten Deutschkenntnisse sein wird. Aber jede Medaille hat zwei Seiten, und finde ich es gleichzeitig interessant, dass sie überhaupt den Mut zu dieser Veröffentlichung ihrer Teilbiografie hatte. Darauf basierend überlege ich mir, ob nicht viele Obdachlose die Möglichkeit der Selbstpublikation als eBook wahrnehmen könnten. Mit Geistlichen, Sozialarbeitern, Ehrenamtlichen und diversen Kontakten wäre es doch sicher möglich, zumindest den jüngeren Obdachlosen einen Zugang zum Schreiben und Veröffentlichen zu ebnen.
Aber zurück zum „Romanbericht“ von Parker, wie das eBüchlein offiziell bezeichnet wird. In puncto Seriösität konnte mich das Berichtchen leider nicht so ganz überzeugen. Bereits den Titel fand ich sehr sehr übertrieben aufmerksamkeitsheischend und auch nicht im Geringsten zu dem geschilderten Schicksal passend. Ska Parker hat sich laut ihrer Schilderung größtmögliche Mühe gegeben sehr unauffällig auszusehen und auf gar keine Fall, wie eine Obdachlose zu wirken. Darüber hinaus hat sie es nicht über sich gebracht, die vom JobCenter für sie ausgedruckten Adressen mit Einrichtungen der Obdachlosenhilfe für sich zu nutzen. Desweiteren outet sie sich selbst als Sozialbetrügerin. Sie hatte nämlich eine Wohnung in Neubrandenburg, die vom JobCenter finanziert wurde, an eine Prostituierte untervermietet. Ohne sich beim JobCenter abzumelden ist sie einfach mal nach Berlin gefahren, wo sie sich lange nicht um den Wohnungs- und Arbeitsmarkt gekümmert hat. Als ihre finanziellen Reserven dann nahezu erschöpft waren, bezeichnete sie sich selbst als Obdachlose. Warum sie nicht nach Neubrandenburg, wo sie Eltern, Bekannte und die besagte Wohnung hat, zurück gefahren ist, bleibt ein Rätsel, zumal die Bahnfahrt nur zwei Stunden dauert und das JobCenter oder die Bahnhofsmission ihr Geld für das Ticket geliehen hätte. Es gibt ja desöfteren mal Menschen, die sich urplötzlich auf die Strasse setzen oder legen und verlauten lassen, sie würden die Obdachlosigkeit mal am eigenen Laib ausprobieren wollen, obwohl sie natürlich sehr genau wissen, dass sie dieses Experiment jederzeit abbrechen können und dann wieder schön in ihrer beheizbaren Wohnung sitzen. Ich persönlich finde so etwas unseriös. Auch fällt es mir persönlich schwer, einem Menschen glauben zu schenken, wenn mir gerade ein Betrug offenbart wurde.
Deshalb komme ich zusammenfassend zu dem Fazit: Falls der Bericht kostenlos einzusehen ist, würde ich jedem/R thematisch Interessierten empfehlen, einfach mal reinzulesen und sich so selbst einen ersten Eindruck zu verschaffen. Den „teuren“ Preis für sehr wenig Text zu zahlen, möchte ich aber keineswegs empfehlen.

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