Benjamin Prüfer Wohin du auch gehst

In diesem Werk erfahren wir viel über Kambodschas Kultur und Lebensweise der armen und der gescheiterten Menschen, über HIV und die Schwierigkeiten an eine Behandlung dort heranzukommen.

Der Journalist, Benjamin Prüfer erzählt in diesem Spiegel-Bestseller drei Jahre aus seinem eigenen Leben.

2003 reiste er privat nach Kambodscha. In Phnom Penh lernte der 23-jährige eine Einheimische kennen. Sreykeo sprach ihn in einer Bar an, die für Prostitution bekannt ist. Dennoch verliebt sich Prüfer in sie und die erste Zeit ist diese Beziehung das Thema der Erzählung. Kann er ihr vertrauen? Was will sie wirklich? Hat die Bezieung zwischen den beiden – sehr ungleichen Menschen – eine Zukunft?  

Püfer hatte direkt bei seiner Abreise zugesagt, seine Freundin finanziell, mit150,-€ monatlich zu unterstützen, weil er damals hofft, er könnte sie somit aus der Prostitution befreien. Er bleibt dabei und telefoniert häufig mit ihr, obwohl er dadurch selbst wie ein armer Mann leben muss und begreift, warum warum Geld alleine Sreykeo nicht hilft, abgesehen davon dass es nicht reicht. Prostitution in Kambodscha wird ein Thema und wir lernen die Beweggründe von Sreykeo kennen. Ihr grösster Wunsch und einziges Zukunftsziel ist es zu heiraten und eine eigene Familie aufzubauen.

Dann stellt sich heraus, dass Sreykeo HIV-infiziert sind. Prüfer liest sich intensiv in das Thema HIV in Kambodscha ein, um eine Möglichkeit zu finden, wie Sreykeo bezahlbare Medikamente erlangen kann, die ihre Virenmenge auf ein niedriges Level senken. Dann reisst ein Kondom und Prüfer erzählt von den drei Monaten ängstlicher Ungewissheit, bis er ein negatives HIV-Test-Ergebnis in der Hand hält.

Die beiden Liebenden lernen sich immer besser kennen, und so ist Prüfer irgendwann mit der Hochzeit einverstanden. Die Vorbereitung der Hochzeit, die Gepflogenheiten und natürlich die Feier ist ein großes Thema. Anschließend geht es daraum, dass Prüfer Akzeptanz in Sreykeos Familie erlangt und natürlich erfahren wir zum Schluss auch noch wie Sreykeo auf Deutschland reagiert.

Anfangs war ich einerseits skeptisch, mir so ein problembeladenes Hörbuch zu Gemüte zu führen, andererseits interessierten mich die Themen und ich lese sowie höre gerne Erfahrungsberichte. Die Stimme des Vorlesers habe ich als sehr angenehm, sympathisch und lieb empfunden, was ich auf  Benjamin Prüfer übertragen habe, zudem er eine sehr angenehme Art hat, Sreykeo und die fremde Kultur kennenzulernen. Als mir bei einem nochmaligen Blick auf das Cover auffiel, dass es keine Autorenlesung ist, war ich ganz überrascht. Bewundernswert fand ich, dass Prüfer bei all dem Elend und den vielen Schwierigkeiten, eine Möglichkeit gefunden hat, weiterhin positiv zu denken. Zwar war er zwischenzeitlich auch verzweifelt, berichtet von Streit und Schreiereien, und eines Tages war er soweit die Beziehung zu beenden, dennoch überwog bei all seinen Erzählung eine optimistische Grundhaltung, und durch die Stimme vermittelt, eine ausgeprägte Sanftheit.

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