Sabrina Fox: Auf freiem Fuß

Auf freiem Fuß. Ein Jahr ohne Schuhe? ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, angereichert mit Fakten über Füße, Reflexzonen, Meridiane, …, Interviews mit Ärzten und Carsten Stark, dem Autor von „Füße gut, alles gut…“ und Vielem mehr. Eingruppiert wird das Werk als Sachbuch, Ratgeber, Lebenshilfe und Esoterik.

Ein Jahr ohne Schuhe? ist ein Experiment von Sabrina Fox an sich selbst. Zuvor war sie eigentlich eine große Liebhaberin von Schuhen und besass 102 Paar, verteilt auf drei Schuhschränke, darunter sage und schreibe elf Paar Flipflops. (S.27) Als Fox im Juli 2014 ihr Barfuß-Jahr begann, hatte sie sich bereits ca. 25 Jahre mit dem Zusammenhang von Körper, Geist und Seele – dabei auch etwas mit Barfußgehen – beschäftigt. (S.13) Die Entscheidung zu ihrem Jahresexperiment traf sie fast spontan, nach der Inspiration durch den o.g. Autor, Carsten Stark, dessen Buch sie las, desssen Übungen sie ausprobierte und dann die Schuhe auszog, den Boden spürte und Feuer und Flamme für das Barfußgehen war. Zu diesem Zeitpunkt war die damals 56-jährige  gesund, hatte aber manchmal Probleme mit verkürzten Sehnen an ihren Beinen und das Bedürfnis, ihre Körperhaltung sowie ihren Bewegungsablauf zu verbessern.

Fox hat ihr Barfuß-Jahr durchgehalten, dabei fast durchweg gute Erfahrungen gemacht, so dass sie einen Großteil ihrer riesigen Schuh-Sammlung verschenkt hat und nun weiterhin barfuß läuft. Allerdings geht sie nun relaxt – einfach nur für sich selbst, d.h. die Erfahrungen für das Buch sind gesammelt und darüber hinaus  ist es ihr gleichgültig, ob Leute sie blöd, neugierig oder gar nicht ansehen. Wenn sie unsicher ist, ob ihr Barfuß-Gang anstößig wirkt, z.B. in einem Restaurant, zieht sie eben Schuhe an. Was soll’s?

Einen wunderbareren Satz von Fox möchte ich zitieren: „Die Bereitschaft, sich lächerlich zu machen, ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss.“ S.151 Das Buch enthält noch viele derartiger Sätze, über die sich das Nachdenken lohnt oder die sich als Merksätze eignen.

Die bedeutsamsten Ergebnisse des Barfuß-Jahres:

1. Ihre Gesundheit hat sich deutlich verbessert, z.B. aus orthopädischer Perspektive (Gang, Körperhaltung, Beweglichkeit). Anderes Beispiel ist die Fußzonenreflexmassage, bei der es um alle Organe geht.

2. Fox hat die Füße als Sinnesorgane entdeckt. Jeder Boden fühlt sich anders an. Wer damit nichts anfangen kann: Augen, Mund, Nase sind auch Sinnesorgane. Wir genießen z.B. Düfte von Blumen, Lebensmitteln, Parfums und vielem mehr. Wenn wir nichts mehr riechen könnten würde uns viel Lebensfreude oder -qualität fehlen. Jemand, der noch nie etwas riechen konnte und  – durch welche Wunderheilung auch immer – plötzlich die Welt der Düfte entdeckt, wird vermutlich ein Feuerwerk des Glücks empfinden. Ebenso ein Blinder, der plötzlich sehen kann. Unsere Füße bräuchten wir nur vom Schuhwerk zu befreien, um die vielen verschiedenen Empfindungen zu genießen.

Bodenbeschaffenheit:

  • Holzböden fand sie sehr angenem
  • Marmor- und Steinböden (Steinplatten) fand Fox unangenehm, da sie kalt sind und ihre Füße ausgekühlt haben.
  • Asphalt war einmal zu heiss für die Füße
  • Regen und matschiger Boden haben ihr Spass gemacht
  • Split (diese kleinen schwarzen Steinchen gegen Rutschgefahr Glatteisbildung) pieken schmerzhaft.
  • Waldboden ist vielfältig und wundervoll.
  • Wiese mit und ohne Tau sehr schön

Temperaturen:

  • Bei unter Null °C kann sie 50 maximal 100 Meter barfuss laufen, wie sie im Dezember feststellte
  • Bei +2°C kann sie barfuß gehen, weil die Füsse durch die Bewegung und die Massage des Bodens warm werden.

  • Zu heiss war der Asphalt auch einmal, so dass sie kurzzeitig Schuhe benötigte.

Fox hat in diesem Jahr die halbe Welt bereist, so dass sie die unterschiedlichsten Arten von Böden und Hygienestati in ihrem Experiment testen konnte.

  • In München, wo das Experiment begann, sind die Straßen sehr sauber, und die Struktur des Bodens vielfältig.
  • Los Angeles ist schmutziger als München und vor dem Flughafen ist der Steinboden mit kleinen herausstehenden Glasscherben verziert. Im Flughafen hat eine Security-Mitarbeiterin geschrien, als wäre eine Barfußgeherin eine Verbrecherin. Bei einem anderen Flug, verssicherte ihr aber ein Security-Mitarbeiter, dass Barfußlaufen völlig legal, nur ungewöhnlich ist.
  • Im Flugzeug ist das Betreten der Toilette eine heikle Sache.
  • Rom hat sehr schmutzige Straßen
  • Schweiz: Zürich hat sehr saubere Straßen, die Züricher sind sehr kontaktfreudig und entspannt, was das Barfußgehen betrifft.
  • In Hamburg (Restaurant und Flugzeug) reagieren die Menschen extrem auf die Barfußgeherin, scheinen direkt die Luft anzuhalten oder sehen entsetzt aus.
  • Darüber hinaus war sie in Dänemark, Marakesch Kanarische Insel, Palm Springs, Slowenien: Kleinstadt: Ptuj und aufs Land: Weinberg, Süd-Steiermark, Stuttgart, Tegernsee, Wien,  Wiesbaden, Dorf nahe Zürich

Und sie hat eine

  • Nachtwanderung in den Bergen, 
  • Meditative Wanderung und eine
  • Fasten-Wanderung unternommen sowie in einem
  • Spa-Hotel eingecheckt. Im Spa-Hotel ging es ihr ziemlich schlecht und für mich war nicht hersauszulesen, ob sie von den anderen Gästen gemobt wurde oder ob etwas anderes mit ihr los war.

Probleme:

In Los Angeles ist Barfußgehen an einigen Orten, wie Ladengeschäften, Restaurants durch die AGB verboten. Die USA soll wohl das barfußfeindlichste Gebiet der Welt sein.

Drei mal ist sie im Laufe des Jahres in Glas getreten:

  1. weil die Trauer um ihren verstorbenen Buchagenten nach dem Besuch der Trauerfeier ihre Gedanken noch sehr beansprucht hatte. (S.153)
  2. in Slowenien, beim Überqueren einer Straße in einem tieferen Grasstreifen. (S.282)
  3. unfassbar, aber wahr: In ihrer eigenen Küche.

Barfußschuhe:

Ich war völlig erstaunt, dass es Schuhe gibt, die dem Fuß das Barfußempfinden vermitteln. Auf solche Barfußschuhe griff Fox in Momenten, in denen der Boden zu heiss, zu kalt oder mit Split versehen war zurück. Am Ende ihrers Buches (S.348) hat sie für Interessenten eine Liste dieser Schuhe zusammengestellt. Drei Arten oder Modelle nutzt sie selbst und weitere elf gat sie zusätzlich aufgelistet. Übrigens extra mit dem Hinweis versehen, dass es sie keinerlei Werbeverträge mit den Firmen unterhält.

Eine Literaturliste mit Barfußbüchern hat Fox ebenfalls am Ende ihres Werks bereitgestellt.

Und es gibt eine barefeetsociety in den USA sowie ein Barfußforum in Deutschlang.

Falls sich jemensch fragt, warum Fox so viel reist: Sie war Jouralistin, Fotoredakteurin und ist Bestsellerautorin, TV-Ansagerin und Moderatorin, Gast in Talkshows und Magazinsendungen, hat u.a. Ausbildungen als Meditation und klinische Hypnosetherapeutin und ein Studium Bildhauerei. Daher hat sie viele Termine und Einladungen sowie das Geld privat zu reisen.

Fazit:

Ein sehr interessantes und motivierendes Buch. Es lässt sich leicht lesen, aber durch die vielen Informationen, habe ich es Stück für Stück und nebenher Belletristik gelesen. Ich weiss, dass einige Bücherwürmchen Lesetagebuch führen. Bei diesem Buch hatte ich zum ersten mal den Eindruck, dass sich so eine Art Notiz(-Tage)buch lohnt. Sabrina Fox ist mir in dem Buch recht sympathisch erschienen, so dass ich auch ihr Buch über die Wechseljahre lesen möchte und mir ihre Videos auf youtube angeschaut habe.

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