Weihnachtsgeschichten am Kamin

von Ursula Richter und Wolf-Dieter Stubel (Herausgeber)

Der NDR 2 hat seine Hörer eingeladen, eine besondere, selbst erlebte Weihnachtsgeschichte aufzuschreiben und an den Sender zu schicken. Diese Schilderungen wurden überarbeitet und als Anthologier herausgegeben. Das Tolle an diesem Konzept: Die Privatleute labern nicht ewig rum, wie es professionelle AutorInnen leider oft tun, und die Journalisten vom NDR2 haben die Texte korrigert, so dass wir fehlerfreie Texte lesen können. Das Projekt war so erfolreich, dass inzwischen 31 Bände von Weihnachtsgeschichten am Kamin entstanden sind und die Herausgeber gewechselt haben. Dieses Jahr im Oktober ist der 31. Band erschienen. Die neuen Ausgaben kosten natürlich noch richtiges Geld, wogegen ich die alten Bände in den Bücherzellen gefunden habe. Inzwischen habe habe ich mindestens vier Bände gelesen und bin immer noch davon begeistert. Jedes Jahr in der Weinhachtszeit schnappe ich mir mindestens eines der Bücher und lese Stück für Stück, Tag für Tag. Die meisten Erzählungen sind sehr kurz, so dass sie sich auch zum Vorlesen eignen würden. Viel historische Überlieferungen und kulturell interessante Besonderheiten von Zeitzeugen sind enthalten. Die Stories gehen zurück bis in den 1.WK, vieles wird in der Zeit rund um den 2. WK berichtet, z.B.:
– Weihnachten in Trümmern,
– Weihnachten an der Front in Weissrussland
– 1944 als Soldat im Zug
– in Kriegsgefangenschaft
– im Flüchtlingsheim
Diese Geschichten sind aber nicht alle traurig, sondern ziemlich unterschiedlich, durchaus auch mal erfreulich, zum Schmunzeln oder komisch… Eine Gemeinsamkeit habe ich bei fast allen Weihnachtsgeschichten gefunden: Sie haben mich berührt – angenehm berührt.
Aus der Nachkriegszeit wird die ersten Jahre viel aus der Armut berichtet
In der Zeit des Wirtschaftsaufschwung stehen oft persönliche Schrullen von Menschen, kleine und größere Missgeschicke oder Zufälle im Mittelpunkt, wie eine zu frühe Geburt.
Wieder etwas später kommen die Einflüsse der Gastarbeiter und Flüchtlinge hinzu. Eine Vietnamesin erzählt z.B. dass sie seit drei Jahren in Deutschland gelebt hat, als sie von Weihnachten erfuhr. Diese multikulturellen Weihnachtsgeschichten habe ich oft als Bereicherung empfunden.
Es gibt auch immer wieder Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Z.B. hat jemand eine schwarze Puppe in die Krippe gelegt, oder es geht um die Hektik beim Einkaufen, um Bettler….
Sehr interessant finde ich auch, die Weihnachtsgeschichten von besonderen Arbeitsstellen.

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