Evelyn Clevé: Helen Keller

Die 1880 geborene Helen Keller wurde mit 19 Monaten, infolge einer Meningitis, blind und taub. Als Folge der Taubheit verlernte sie die wenigen Worte, die sie bereits sprechen konnte und wurde quasi stumm. Ihre Eltern sahen die Behinderungen ihrer Tochter als Schicksal an, dass schlimmer als der Tod ist. Sie wussten Helen nicht zu fördern und wagten nichts zu fordern.
Etwa vier Jahre später erfuhren die Eltern, dass sie die Behinderungen ihrer Tochter nicht einfach so hinnehmen müssen und bemühten sich um Hilfe. Das Perkinsche Blindeninstitut in Boston vermittelt der Familie eine junge Frau als Erzieherin und Lehrerin, die bei ihnen einzog . Diese, Anne Mansfield Sullivan, lehrte Helen das Fingeralphabet, Handarbeiten, einen umfangreichen Wortschatz, Sätze bilden, Quadratschrift, Braille, Bücher lesen, schreiben mit einem Braillestift. Anne ging oft mit Helen spazieren, um Naturkunde zu betreiben. Z.B. legte Anne, als sie Küken schlüpfen sah, Helen ein Ei in die Hände und diese war überwältigt, dass es erst in dem Ei rappelte und sie dann ein kleines, flauschiges Wesen in ihren Händen hielt.
Die erste Zeit hat mich das Buch sehr berührt, da Clevé sehr einfühlsam und liebevoll über die Entwicklungen Helens schreibt. Oft habe ich gespürt, wie sich ein Lächeln in mein Gesicht setzte.
Diese Stimmung ist aber bei mir gekippt, als Helen mit allem Ehrgeiz immer größere Ziele, bis zur Harvard Universität anstrebte, obwohl Anne ihr jedes Buch in die Hand buchstabieren musste (S.201, 106) und dabei ihr eigenes, schon sehr schwaches, Augenlicht überstrapazierte und gefährdete. (S.101) Als Helen von Komilitoninnen gefragt wird, welche Ziele sie nach dem Harvard-Abschluss anstrebt, weiss sie es nicht.(S.119ff)
Sie schrieb mehrere Bücher, wurde Mitglied der Sozialistischen Partei Amerikas, engagierte sich für Blinde sowie für benachteiligte und unterdrückte Gruppierungen. Letztendlich hat sie ihren Platz in einer Blindenorganisation gefunden und ihre Arbeit dort als sehr erfüllend empfunden.

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