Jäger: Saphirtränen

Jennifer Jäger: Saphirtränen 1: Niamhs Reise

Saphirtränen ist ein langer Fantasy-Roman, den Jennifer Jäger in drei Teilen verkauft und als Trilogie bezeichnet. Als eBook ist Teil 1 kostenlos, Teil 2 und 3 für jeweils 1,49 € erhältlich.

Saphirtränen spielt in einer Fantasiewelt, namens Firyon. Die Grundidee an sich steht meiner Meinung nach auf wackeligen Füßen. Der story liegt eine Art Entstehungsgeschichte des Universums zugrunde, bei dem die Götter die vier Elemente, Feuer, Wasser, Erde und Luft erschaffen. Das Feuer war das erste Element und mit ihm entstanden auch Dämonen – scheinbar als Nebenwirkung. Daraufhin wurde Erde geschaffen, um die Dämonen darin einzusperren. Jedoch entwischten sie immer wieder, an die Erdoberfläche. Mit dem Schutz der Erde ist eine Göttin betraut, die vor Wut über die umtriebigen Dämonen weinte. Als ihre Tränen auf die Erde fielen, entstanden daraus vier Edelsteine, denen eine ungeheure Energie inne wohnt. Wegen dieser großen Kraft der Steine, dürfen sie nicht in die falschen Hände geraten. Sollten alle vier gemeinsam in die falschen Hände geraten, ist die größte Katastrophe möglich. Bevor die Schutzgöttin der Erde die Edelsteine – es sind dann plötzlich Schmuckstücke – an sich nehmen konnte, hatten sich die Dämonen bereits eine Halskette mit einem Rubin geschnappt, weil dieser so feuerrot funkelte. Die anderen drei Schmuckstücke schenkte die Göttin ihren Kindern, den Ilyeas. Diese vier Edelsteine sind an den vier Elementen orientiert, ebenso wie die Ilyeas. Saphirdiadem (blau) für die Meer-Ilyea, Smaragdring (grün) für die Wald-Ilyea und den Bernsteinarmreif (gelb-braun) für die Berg-Ilyea. Spätestens hier wird deutlich, dass Elemente, Edelsteine und Ilea-Völker nicht so ganz zusammenpassen. Diese etwas zusammengestückelte Logik hat mich aber noch nicht weiter gestört, schließlich ist auch die Fantasie zu bewundern, mit der Jäger diese andere Welt erfindet.

Jäger erzählt das Buch aus der Ich-Perspektive von Niamh, die eine Aussenseiterin im Dorf der Wald-Ilyeas ist, weil ihre blauen Augen zeigen, dass sie ein Mischlingsblut aus Wald- und Meer-Ilyea ist und, dass sie sich im Magie-Unterricht permanent veweigert hat, verbesserte ihren Ruf nicht gerade. Leider wird nirgends erklärt, was Ilyeas genau sind, ausser dass sie als Kinder der Göttin bezeichnet werden.

Ziemlich zu Beginn der Story findet eine Zeremonie statt, bei der ein Jahrgang der Wald-Ilyea-Kinder auf die Waldmagie schwören und zu Erwachsenen werden sollen. Während der Feierlichkeit wird das Dorf der Wald-Ilyeas überfallen, was ich eigentlich als action-Szene einordnen würde, aber Jäger hat die Details nicht ausgearbeitet und somit nicht einmal Spannung aufgebaut. Von den Folgen des Überfalls erfahren wir erst viel später und wieder geht die Information an mir vorbei, ohne meine Gefühle zu berühren.
Nach dem Überfall sind Niamh und die Dorfälteste, Alriel, Gefangene eines Dämonens, der den Smaragdring haben will. Alriel stirbt und Niamh wird im Zimmer des attraktiven Edans eingesperrt, wo sie mit ihm in einem Bett schlafen muss. Edan ist wie Niamh ein Mischlingsblut, und zwar Sohn des Dämons und einer Berg-Ilyea. Würden die Beiden Mischlinge ein Kind zeugen, trüge es das Blut aller vier Völker in sich und wäre in der Lage alle vier Schmucktücke aufzuspüren und anzufassen.

Leider haben die Charaktere keinerlei Tiefgang, so dass die Sznen zwischen den beiden Mischlingen, seltsam wirken. Anziehung, Zuneigung, Vernunft, Loyalität zur Familie, bzw. zum eigenen Volk… Niamh, unsere Protagonistin, wirkte auf mich wenig sympathisch, oft sogar dumm. Schlimmer aber erscheint mir, dass ihre Gefühle für mich nicht greifbar wurden. Zwar wäre es möglich, dass Ilyeas gefühlsarme Wesen sind, aber dazu wird nichts erklärt.

Edan flieht mit Niamh, womit er seinen Vater verrät oder die Flucht mit Niamh vortäuscht, um an den Ring zu gelangen. Was Edan im Sinne hat, erfahren wir nicht in diesem Band. Der Großteil des ersten Bands besteht aus der Flucht und einer seltsamen Art von Love-Story zwischen Edan und Niamh.

Die Handlung plätschert so dahin, der Text liest sich schnell und leicht, aber ich konnte weder zu den Personen noch zu der Story ein Gefühl aufbauen. Dann gibt es noch einige Dinge, die unlogisch sind, die mich aber wenig störten. Nicht vorenthalten möchte ich euch aber ein Tier von Edan, auf dem er mit Niamh reiten. Es ist zwar so lang wie zwölf Pferde, aber sie rasen damit durch den Wald.

Als ich das Buch ziemlich schnell an Bushaltestellen, in Bussen, vor den Fahrstühlen und in Wartezimmern durchgelesen hatte, stellte ich mir die Frage, ob ich diesem kostenlosen Band 1 den sehr niedrigpreisigen zweiten Band folgen lasse oder darauf verzichte. Bei dem Preis von 1,49 € kann ich nichts falsch machen und der erste Band las sich schnell und nett. Andererseits war der Band 1 nicht besonders gut und ich mag es nicht wenn eine Trilogie lediglich ein durch drei geteilter Roman ist, anstelle drei unabhängigen Stories, die aufeinander aufbauen oder miteinander verwandt sind.

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3 Gedanken zu “Jäger: Saphirtränen

      1. Oh Mist… Ich wollte das Kommentar unter „Die Magie der Namen“ schreiben. Frag‘ mich nicht, was da passiert ist!
        Habe die WordPress-App nämlich erst vor kurzem Installiert und muss mich erst daran gewöhnen… 😱

        Gefällt mir

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