Queen of Twilight

Chas Newkey-Burden : Queen of Twilight. Stephenie Meyer (Biografie).

Dieses Buch habe ich auch für einen Euro auf einem Sonderangebotstisch eines Billig-Ladens gefunden. Mal einen Blick auf Stephenie Meyer werfen, stellte ich mir interessant vor.

So ein riesengroßer Erfolg wie Meyer ihn hat, entsteht meiner Meinung nach nicht zufällig, sondern muss irgendwo in ihr und ihrem Werdegang begründet sein. Auf S. 54 wird sie von Chas Newkey-Burden mit den Worten zitiert: „Ich habe das Schreiben nur durchs Lesen gelernt, das war mein einziges Training.“ Aber wie viele Menschen lesen ebenfalls sehr viel und versuchen sich am Schreiben? Jedoch bereits der Umgang mit der eigenen Sprache und der Stil vieler Hobby-AutorInnen lösen kommentarlose Abwendung, Kritik oder gar ziemlich böse Kommentare der Lesenden aus. Von Respektlosigkeiten über Ignoranz bis hin zur Hochachtung habe ich mich über Kommentare und die dahinterstehenden KommentatorInnen auf wattpad gewundert.

Meyers Aussage ist vielleicht doch etwas zu bescheiden, denn zumindest muss der literarischer Input bei ihr auf einen wertvollen Nährboden gefallen sein. Und siehe da: Die Bestseller-Autorin hat ein Englisch-Studium absolviert, sich also sehr intensiv mit der Sprache auseinander gesetzt.

Über das Leben der 1973 geborenen Meyer steht wenig in dem Büchlein. Ich glaube inzwischen, sie scheint es nicht so zu mögen, viel über sich und ihr Privatleben bekannt zu geben, denn auch auf ihrer HP steht unter Bio eher etwas über ihre Bücher als über sie. Wer an Meyers Werdegang interessiert ist, sollte ihren Wikipedia-Eintrag kostenlos lesen.

Rein tabellarisch betrachtet, wirkt Meyers Vita langweilig. Sie hat alle Stationen erfolgreich absolviert und blieb unauffällig. Nach ihrem Studium wurde sie Hausfrau und Mutter. In meinem Umfeld wäre es als Katastrophe angesehen worden, wenn eine Frau diesen Jahrgangs, trotz Hochschulabschluss zu Hause bleibt, also nichts aus sich macht und die Intelligenz im Haushalt wieder zusammenschrumpfen lässt. Aber im sozialen Umfeld Meyers war dieser Entwicklungs-(Rück-)Schritt üblich, unüblich eher das Studium, da sie als Mormonin aufgewachsen und bei dieser Religion geblieben ist. Interessanterweise hat sie ihr Studium mit Stipendium an einer Mormonen-Universität absolviert. Mein Gedanke dazu war, warum fördert die Uni eine Frau mit einem Stipendium, wenn Frauen sowieso nur Hausfrauen und Mütter werden(?). Das dieses Stipendium kein verschenktes Geld ist, sondern Meyers Erfolg den Mormonen und der betreffenden Uni viel Aufmerksamkeit zurückbringen wird, konnte wohl damals kein Mensch wissen. Stark religiöse Menschen würden vielleicht sagen, Meyers Erfolg sei eine göttliche Fügung.

Was ist in der dieser Biografie, namens „Queen of Twilight“ das Besondere oder was steht da ausser der Vita noch drin?

Auf die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, kurz und besser bekannt als Mormonentum, wird in dem Buch näher eingegangen. Welche Besonderheiten die Religion mit sich bringt und wie Meyer demzufolge gelebt hat. Davon sind nicht nur Dates und Sex betroffen, sondern auch u.a. die Musikauswahl. Meyer sagt selbst, die Religion hat einen großen Einfluss auf ihr Leben und Schreiben.

Newkey-Burden scheint viel in Meyers Leben herumgeschnüffelt zu haben, so dass er diverse Leute aus ihrer Vergangenheit, wie z.B. einen ihrer ehemaligen Lehrer zitiert. Das Buch „Queen of Twilight“ ist eher eine Mischung aus journalistischer Schnüffelei und Analysen anstelle einer Biografie.

In der Mitte des Buches ist ein Fototeil, mit einigen Farbfotos.

Auf die Entstehung von Twilight geht Chas Newkey-Burden sehr gründlich ein. Bis dahin fand ich das Buch inhaltlich noch interessant. Auch die Phase der Veröffentlichung hat mich interessiert. Aber dann er hat ihre Romane zusammengefasst und analysitert, was ich nervig fand und nur quergelesen habe. Newkey-Burden ist immer wieder sehr bemüht den mormonischen Einfluss in Meyers Romanen aufzuzeigen, z.B. Zurückhaltung und Enthaltsamkeit von Bella und Edward. Dann hat er leider alle Rezensionen zu Twilight durchgearbeitet, oder geradezu analysiert. Diesen Teil habe ich auch nur überflogen. Als er dann aber Rezensionen zum zweiten Band auch noch analytisch behandelte, hatte ich die Nase voll und habe die Lektüre abgebrochen. Was Solls? Es hat nur einen Euro gekostet. Aber für den Verlag summieren sich auch die vielen einzelnen Euros, die wir alle zusammen für solche seltsamen Bücher quasi wegwerfen.

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