Bob, der Streuner

Buchcover des autobiografischen Romans Bob der StreunerJames Bowen & Gary Jenkins: Bob, der Streuner – Die Katze, die mein Leben veränderte.
Originaltitel A Street Cat Named Bob

Auf dieses biografische Buch wurde ich durch eine Empfehlung aufmerksam, und wollte es seitdem lesen. Da ich es nicht zum Originalpreis kaufen wollte, habe ich jedoch eine Weile gebraucht, bis ich es gefunden hatte. In unserer Bibliothek steht es, in der Jugendabteilung, und ist auch als eBook ausleihbar. Erst war ich etwas unsicher, weil „Buch zum Film“ auf dem Cover steht und nicht der Autor, sondern der Schauspieler abgebildet ist. Aber es handelt sich scheinbar lediglich um eine andere Ausgabe und ist das Buch, was ich haben wollte. In der Mitte eine 10-seitige Fotostrecke, mit zwei ganzseitigen und 16 halbseitigen Fotos, auf denen der Schauspieler, Luke Treadaway, zu sehen ist.

Es geht um die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Kater Bob und James Bowen. Der 1979 geborene Bowen war obdachlos, ist drogensüchtig und hat nach langer Wartezeit eine Sozialwohnung in London bezogen. Er hat keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, keine Arbeit und hatte überhaupt keine Sinnhaftigkeit in seinem Leben. Etwas Struktur brachte lediglich ein Drogenentzugsprogramm in sein Leben, weil er sich jeden Tag seine Ersatzdroge bei seinem Substitutionsarzt abholen musste. Nachmittags verdiente er sich etwas Geld als Straßenmusiker, was er genauso gut sein lassen konnte, wenn er zu träge war die Wohnung zu verlassen. Er bezeichnet sich selbst als gescheiterten Musiker auf Drogenentzug.(S.8)
Dann fand er Bob! Schon als Kind mochte Bowen Katzen und hatte einige Erfahrungen mit den Samptpfoten. Bob fragte erst herum, ob der Kater jemandem gehört, nahm ihn dann bei sich auf und pflegte ihn gesund. Bob hatte eine „schlimme Bisswunde am Bein“, die bereits eiterte.(S.15f) Als Bob wieder gesund war, wollte Bowen ihn zurück in die Freiheit entlassen, weil er wie ein Streuner wirkte. Bob aber wollte bei Bowen bleiben und Bowen übernahm als Haustierhalter zum ersten mal in seinem Leben Verantwortung. Nun war es nicht mehr egal, ob er sich etwas Geld dazu verdiente, denn der Kater hat auch Hunger und könnte wieder krank werden. „Er hat mich nicht nur dazu gebracht, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten und Verantwortung zu übernehmen, sondern auch mich selbst zu hinterfragen.“ (S.103) Bowen fühlte die Verantwortung und dass sie ihm gut tat (ihn „beflügelte“). (S.22)

Bowens Kindheit wird zwar auch beschrieben, aber nur knapp, seine Zeit mit den Drogen und als Obdachloser wird nur am Rande erwähnt, so dass es in dieser Teilbiografie wirklich die gemeinsame Zeit von Bowen und Bob geht. Das Kennenlernen, die Intensivierung der Freundschaft, das Zusammenleben und besondere Erlebnisse. Bowen ist eigentlich nicht der Typ, der ein Buch schreibt, aber in Zusammenarbeit mit seinem Ghostwriter, Gary Jenkins, ist ein sehr schön und einfühlsam geschriebenes Buch entstanden.

Ich habe das Buch gerne gelesen und bin schnell vorwärts gekommen. Der Schreibstil ist einfach, aber niveauvoll, angenehm und einfühlsam. Die Autobiografie berührte meine Emotionen, aber es war nie spannend oder ergreifend, so dass ich sie verschlungen hätte. Ich hatte keine Probleme auch Pausen einzulegen, um zwischendurch etwas Anderes zu lesen.

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