Tess Gerritson : Der Schneeleopard

wpid-img_20150125_201314.jpgBeim Bummeln habe ich dieses Buch, im Hugendubel, im Sonderangebot gesehen. Allerdings habe ich mein Exemplar in einem der unzähligen Bücher-Tausch-Regale unserer Stadt gefunden. Es handelt sich also um einen KrimiThriller, der noch nicht alt und für euch alle erreichbar und erschwinglich ist. Insofern kann ich den Schneeleoparden gut und gerne weiterempfehlen.

Thriller? Ja, genau mein Ding! Spiegel-Bestseller? Ok, obwohl mich dieses Prädikat oft enttäuscht hat, bekam das Buch seine Chance von mir und im Endeffekt bin ich froh darüber. Schneeleopard? Ja, das scheint mal was völlig Anderes zu sein. Rizzoli und Isles sagte mir gar nichts. Nun bin ich informiert und möchte ich euch nicht vorenthalten, dass „Der Schneeleopard“ bereits der elfte Fall von Jane Rizzoli und Maura Isles ist. Dennoch kann der Roman als alleinstehender Thriller, ohne Vorkenntnisse, gelesen werden, denn es wird nur hin und wieder auf vorhergehende Fälle angespielt. Die Privatangelegenheiten von Detective Rizzoli oder der Rechtsamedizinerin, Dr. Maura Isle, werden zum Glück nicht tiefergehend ausgebreitet. Dies empfinde ich aus zwei Gründen als Glück – zum einen weil ich keinen der zehn vorhergehenden Thriller um Jane Rizzoli und Maura Isles kenne und zum Anderen mag ich es nicht, das Leben der Polizeikräfte (ungebeten, denn schließlich interessiere ich mich für das Rätsel, die Schurken und das Thema oder Setting) unter die Nase gerieben zu bekommen. Dennoch sind beide Frauen sehr sympathisch und ich konnte mir Beide sehr gut vorstellen.

Gleich die 1. Szene, in Afrika, hat mich angesprochen und neugierig auf die Story gestimmt. Uns Lesenden wird eine sympathische, neun-köpfige Reisegruppe, bestehend, aus 5 Männern und 4 Frauen, vorgestellt. – Zwei Liebespaare, eines davon aus London, das andere aus Japan, zwei sexy Blondinen aus Südafrika, zwei Reisebegleiter und einem Single-Mann, namens Elliot. Diese TouristInnen sind nicht nur fast alle sympathisch, sondern sind in ein außergewöhnliches Setting eingebettet, denn sie haben eine besondere Reise – eine Safari durch den Busch – gebucht … .
317ff hat Gerritsen es endlich geschafft, meine Tränen über die Wangen rollen zu lassen.

Die Afrika-Kapitel werden immer aus der Ich-Perspektive der Buchhändlerin, Millie, erzählt. Sie ist nur ihrem Lebensgefährten zuliebe mit dieser Reise einverstanden gewesen, wollte keine Spassbremse sein und ihn nicht verlieren. In Afrika musste sie dann aber feststellen, dass ihre Beziehung nicht mehr zu retten ist. Wie dem aber auch sei, hat das Schicksal etwas ganz anderes mit Millie, ihrem Richard und den anderen Touries vorgesehen.
Die aktuellen Handlungsstränge, überwiegend aus den USA, sind aus einer übergeordneten Erzählperspektive geschrieben. Afrika wurde nur noch selten als Mini-Kapitel eingestreut.

In den USA müssen besondere Morde aufgeklärt werden. Der Mörder hängt seine Opfer auf und entfernt ihre Innereien. Diese rituelle Methode des Tötens geschieht auf der ganzen Welt nur selten, so dass weltweit ermittelt werden muss.

Die Einteilung in sehr kurze oder auch kleinen Kapitel fand ich befremdlich.
Ebenfalls kritisierenswert ist die detailverliebtheit der Autorin, v.a. wenn es um fachliches Wissen geht. Z.B. S.194-200 geht es um die – ausschließlich mikroskopisch zu sehende – Beschaffenheit eines Tierhaares, das am Tatort gefunden wurde. 6 Seiten nur über ein Haar. Wie interessiert muss denn einE LeserIn sein, um diese Abhandlung gerne zu lesen?!
Ein weiterer Kritikpunkt ist es, bereits auf S.293 zu wissen, wer von der Reisegruppe überlebt.
Noch mehr missfallen hat mir der Eindruck, kriminalistische Rätsel scheint für die Lesenden viel zu früh gelöst zu sein. Dadurch sinkt die Motivation weiter zu lesen, weil scheinbar nur noch die Motivation zu enträtseln bleibt. Doch es lohnt sich weiter zu lesen, denn es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Krimi steckt noch bis zum Ende voller Überraschungen.

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