Zoë Marriott : Frostblüte

Frostblüte ist der Debutroman von Zoë Marriott, wurde 2013 veröffentlicht und ich habe es 2017 für 1,-€ auf dem Grabbeltisch eines Ramschladens, erstanden. Es handelt sich um einen das Genre Romantasy. Bei diesem Fantasyroman ist weder High- noch Urbanfantasy wirklich zutreffend. Die Beschreibung der Personen lässt auf Menschen schließen, nur die Hautfarben sind teilweise anders. Die Lebensweise (Dörfer, Königreiche, Heiler, Schwerter, Armbrust) wirkt archaisch.
Frost, eine junge Frau, ist die Hauptpersonen, die sich als Einzelgängerin in Gestalt einer wandernden Tagelöhnerin durchs Leben schlägt. Nirgendwo möchte sie Wurzeln schlagen und die Menschen näher kennenlernen, weil sie immer nur schlechte Erfahrungen gemacht hat. Sie hat das Problem, gleichzeitig Mädchen, bzw inzwischen Frau und Wolf zu sein. Ich war sehr auf Werwolf fixiert und habe erst spät kapiert, dass der Wolf in Form einer Wolfsseele in der Frau lebt. Sie hat also mehrere Seelen. Der Wolf verhält sich solange ruhig, bis seinem Wirtskörper Gefahr droht. Wenn Frost z.B. blutet oder gewürgt wird, übernimmt der Wolf das Kommando. Dadurch verwandelt die Frau sich aber nicht, sondern beginnt sich im Kampf wie ein Wolf in Frauengestalt zu verhalten. Sie heult und knurrt z.B. oder springt und beisst wie ein Wolf… Sie wird also zu einer starken Kämpferin, aber auf ihre „Mit“menschen wirkt sie wie ein Ungeheuer. Daher musste ihre Mutter immer wieder mit ihr fliehen, so dass sie von klein auf immer auf der Flucht oder eine Aussenseiterin war.
Bei ihrer Wanderung gerät Frost in ein umkämpftes Gebiet. Der Anfüher einer Soldatengruppe bietet ihr die Aufnahme in seine Truppe an. Meint er das ehrlich? Sein Stellvertreter würde sie lieber heute als morgen töten. Kann sie diesen Mann überleben? Frost weiss nicht, was sie machen soll. Eine vertrackte Situation, die einiges an Spannung enthält. Aber dabei bleibt es nicht, schließlich befinden sie ich in einem Kampfgebiet. Es geschieht also einiges, aber der Roman ist nicht nur actionbasiert. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, so dass sie in ihrer Tiefe glaubwürdig und sehr sympathisch sind, und auch für die Liebe ist noch Platz.

Der Roman wird durchgehend aus der Perspektive von Frost erzählt. Ihre Erinnerungen und Gedanken sind kursiv gedruckt. Es ist manchmal schwer, den Wechsel von Gedanken und Beschreibung aus der Ich-Perspektive nachzuvollziehen, da die Ich-Perspektive logischerweise von ihren Gedanken geprägt ist. Abgesehen von diesem Problem lässt sich der Roman einfach und sehr schnell lesen. Über weite Teile ist die Handlung spannend, aber auch die liebgewonnenen Personen, haben mich bei der Stange gehalten. Ganz zum Schluss war ich genervt von zu viel Pathos. Ansonsten ein gutes Buch, gerade für den Preis von nur 1,-€.

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Dolan : George

John Dolan : George. Der Hund, der mir das Leben rettete.
Den Originaltitel finde ich passender: George. The dog, who changed my life.
„Als George in mein Leben trat, hatte ich mehr als dreihundert Vorstrafen angesammelt und über dreißigmal im Knast gesessen.“ S.158

Es handelt sich um ein autobiografisches Buch, mit dem Erscheinungsdatum 2014, deutsch 2015. Als ich den Klappentext las, dachte ich, John Dolan wäre in den typischen Teufelskreis, aus Problemen, Drogen, Beschaffungskriminalität, Obdachlosigkeit und Knast, geraten. Jedoch war oder ist der Autor ein sehr spezieller Fall. Auch auf die Gefahr hin, mit dem folgenden Satz, mies ‚rüber zu kommen. Dolan ist ein extrem schlechter Mensch und je mehr ich über ihn erfahren habe, desto weniger wollte ich mit ihm zu tun haben, d.h. weiter lesen. Das Weiterlesen erübrigt sich aber bei diesem Buch ohnehin schnell, da nach dem Lesen des Klappentextes bereits klar ist, was inhaltlich in welcher Reihenfolge geschieht. Wäre der Autor ein Sympathieträger, hätte ich die Story vermutlich mit feuchten Augen und zutiefst berührt bis zum Ende gelesen.
Der in den frühen 70er Jahren geborene Londoner handelte von Kindheit an immer wieder gewissenlos und hirnlos. Als Motiv nennt er meistens Langeweile. Viele seiner Anti-Heldentaten erzählt er wie witzige Anekdoten, obwohl sie dies ganz und gar nicht sind. Dass er seine eigene Großmutter, die ihn wie eine Mutter großgezogen hat, ins Grab gebracht hat, umschreibt er allerdings sehr vorsichtig (S.138f). Dennoch war der Todesfall, der seinem Opa das Herz brach und den ohnehin schon kranken Mann zum Pflegefall machte, für den bis dahin überwiegend obdachlosen Dolan, Anlass sich wieder in seiner Kinderstube einzunisten.
Spätestens seit S.138f hatte ich definitiv keinen Bock mehr auf diesen Dolan und sein Buch.

Einsatz am Wurstregal

Viviane Cismak : Einsatz am Wurstregal. Höhepunkte aus dem Leben einer Nebenjobberin

„Einsatz am Wurstregal“ ist nach „Schulfrust“ bereits das zweite, eigentlich sogar das dritte (Deutschlands Kinder wird nicht mehr aufgelegt), Buch von Viane Cismak, wurde 2012 veröffentlicht und ich habe es 2017 für 1,-€ auf dem Grabbeltisch eines Ramschladens, erstanden. Zwar ist „Wurstregal“ für mich ein mit Ekel verbundener Begriff und ich würde niemals irgendetwas von Wurstverkäuftern oder Fleischerei-MitarbeiterInnen lesen wollen, aber hier handelt es sich schlicht und ergreifend um verschiedene Supermarktregale in der Frischeabteilung. Mehr hat mich jedoch das im Untertitel angedeutete und im Klappentext versprochene Jobhopping durch Neben- und Aushilfstätigkeiten diverser Branchen, mit den von mir vermuteten 1000den von Überraschungsmomenten und Zufallsbegegnungen, angesprochen und zum Kauf bewegt. Leider ist dieses Buch aber aus mehreren Gründen ein Fehlgriff. Das beginnt schon mal damit, dass weder die erwartete Vielfalt noch die erhoffte Tiefe in den Erfahrungsberichten gegeben ist. Im Klappentext werden „…eine ganze Reihe von schlechten Jobs – und mehr skurrile Erfahrungen gesammelt als manch anderer in seinem gesamten Berufsleben.“ angepriesen, im Inhaltsverzeichnis reduziert sich das ganze auf 15 Kapitel, was ich noch ok fände, wenn in jedem Kapitel mehrere Erfahrungen zu lesen wären, aber das ist nur in Kapitel 10, 13 und 14 der Fall, wobei in 14 der zweite Erfahrungsbericht keinen Job, sondern ein FSJ beschreibt. Es wäre bestimmt auch mal interessant, so ein Buch mit gesammelten Erfahrungsberichten von FSJlerInnen zu lesen, aber das ist dann ein anderes Thema. Im Vorwort heißt es dann Cismak hatte 13 Jobs, und bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, dass sie in 7 Jobs – also über der Hälfte – als Promoterin gearbeitet hat, und dass nur zehn der 15 Kapitel eigene Erfahrungen der Autorin darstellen. Fünf Kapitel, also 1/3 sind Erfahrungen, die andere jungen Leuten gemacht und Cismak zur Verfügung gestellt haben. Dabei handele sich um Freunde der Autorin, wie sie in einem Interview mit der Kreiszeitung.de erzählt hat. Insgesamt enthält das Buch 19 Erfahrungsberichte, von denen sechs nicht von Cismak selbst gemacht wurden.
Die mangelnde Tiefe kritisiere ich, weil Cismak einige der Jobs so kurz ausgeübt hat, dass es nur ein Ausprobieren war. „Natürlich war ich mit sicher, dass ich das Flyerverteilen nicht lange machen würde, ein paar Wochen vielleicht. Tatsächlich wurden es dann nur einige Tage.“ S.132 Bei den Tätigkeiten, die von vornherein nur für einen kurzen Zeitraum anberaumt waren, was bei Promotionaktionen teilweise und bei bei Komparseneinsätzen der Fall ist, hätte ich es sinnvoller gefunden, wenn diese Erfahrungen als Zusammenarbeit mit der betreffenden Agentur oder als Flyerverteilen in einem Kapitel gemeinsam geschildert worden wären. So ist Cismak nur in Kapitel 10 über eine Castingagentur und bei Promotion auf Inlineskates vorgegangen. Vermutlich wären weitere Zusammenfassungen – also weniger Kapitel – der Vermarktung nicht so zuträglich gewesen, weil das Buch dann auf die ersten Blicke nicht so vielseitig und interessant gewirkt hätte. Ich hätte mir sicher kein Buch gekauft, dass mir Erlebnisse einer Promoterin verspricht, die hauptsächlich Flyer verteilt. Ein weiteres Manko in Sachen Tiefe ist das Desinteresse der Autorin an ihren Jobs. So schreibt sie z.B.: „Mein Unvermögen würde sich schon noch früh genug zeigen, dachte ich mir“ S.221, „…,dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, was zu tun war. Vielleicht hätte ich doch meiner unwirschen Kollegin zuhören sollen, als…“ S.99 oder nachdem ihr Kollege etwas erklärt hatte: „Natürlich hatte ich es mir nicht gemerkt, und darauf gehofft, nie alleine zu sein.“ S.232
S.232 Ausserdem beschrieb sie sich häufig selbst als unzuverlässig und schlampig „Erstaunlicherweise war ich pünktlich. Ich wunderte mich ein wenig über mich selbst.“ S.171

Ebenfalls ein grosses Manko ist die Widersprüchlichkeit der Autorin, durch die sie unehrlich auf mich wirkte. Sie ist mit 17 Jahren allein aus Hessen nach Berlin gezogen, hat aber in keiner betreuten Wohnform gelebt, sondern eine eigene Wohnung bezogen.“Der Vermieter hatte tatsächlich breit schlagen lassen, sie mir, einer Minderjährigen, zu geben.“ (S.16) Wie das bei einer Minderjährigen funktionieren kann, sei dahin gestellt, weil es nicht direkt mit dem Buch zu tun hat und weil dies auch in „Schulfrust“ und in Interviews so zur Sprache kommt. Ihr erster Nebenjob bestand darin, vor einem Laden neue Kunden für ein Telekommunikationsprodukt zu werben. Um für ihre Tätigkeit bezahlt zu werden, musste sie eine Rechnung schreiben, d.h. sie arbeitete freiberuflich. Bei den Kundenverträgen ist es denkbar, dass diese durch das Personal im Laden abgeschlossen wurden, aber wie hat sie als Minderjährige ihr Gewerbe oder ihre Steuernummer für freiberufliche Tätigkeiten angemeldet?! Oder hatte sie sich gar nicht angemeldet und hat die Rechnungen trotzdem geschrieben? Es könnte ja sein, dass diese kleine Auslassung nicht weiter auffällt. Jedenfalls wirkt das alles ziemlich unglaubwürdig. Bei einem weiteren Promotionjob für eine gemeinnützige Organisation hat sie ihre Minderjährigkeit offen angesprochen. Dort war es kein Problem, dass Minderjährige am Stand neue Mitglieder für einen wohltätigen Verein werben. Ich denke mal, bei diesen Fundraising-Jobs handelt es sich um große Agenturen, die genau wissen, wie sie Minderjährige arbeiten lassen können. Immerhin hat Cismak ihr Alter offen erwähnt, so dass sie dort in diesem Punkt ehrlich wirkt.

Angeblich habe sie als 17-jährige Schülerin bereits ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen (oder wollen?). „Ich war eine der wenigen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollten“ S.71 „Ich musste meine Miete zahlen.“ S.75 „Mir erschien zu der Zeit das Bezahlen meiner Miete wichtiger als das Wohl der Tiere.“ (Flyer verteilen für Bratwurst-Flatrate) S. 140 „Obwohl ich am Wochenende bereits bei der Coffeeshop-Kette arbeitete, hatte ich zu wenig Geld.“ S.148 Wo das Kindergeld für sie geblieben ist und warum oder ob sie kein Schülerbafög hatte, sei dahin gestellt, denn das Buch enthält auch ohne diese Fragen viele widersprüchlich Äusserungen. Das folgende Zitat zeigt den Widerspruch im gleichen Satz: „Obwohl ich das Geld brauchte, hatte ich nach einigen Tagen keine Lust mehr auf diesen Job.“ S.140 Bei diesem Beispiel hat sie bei starker Kälte draussen gearbeitet. Hätte sie diesen Job wirklich gebraucht, hätte sie ihn auch irgendwie zu bewältigen geschafft. An vielen anderen Stellen gibt sie zu, dass sie es nicht nötig hatte, arbeiten zu gehen: „So wichtig war mir der Job nicht. Mir war egal, ob ich gefeuert wurde.“ S.125 „…mir total egal gewesen wäre, hätte eines Tages eine Kündigung meinem Briefkasten gelegen.“ S.128 „Dass ich nie von diesem Job abhängig war,…“ S.129

Im Vergleich zu „Schulfrust“ hat sich leider auch ihre Art (zu Schreiben) verändert. Sie wiederholt sich oft, schweift teilweise etwas weiter vom Thema ab, vermutlich um Seiten zu füllen, und was mir am meisten missfiel, sind ihre vielen voreingenommenen Bewertungen, Pauschalisierungen und Schubladendenken. Scheinbar hat sie gedacht, für jeden Job einen fachkundigen Überblick oder eine Art Gesamtbilanz ziehen zu müssen. Z.B. „Die meisten Werber schaffen es nämlich hervorragend, unwilligen Passanten ein schlechtes Gewissen einzureden.“ S.68 Schaffen sie das wirklich? Und wie will die Autorin das wissen, wenn sie nur zwei Tage in einem kleinen Team gearbeitet hat. Weiterhin steckt sie ihre KollegInnen in Schubladen: „Insgesamt gab es, grob gesagt, drei Arten von Mitarbeitern:…“ S.81 Diese Aussage betrifft auch den Job, bei dem sie wegen ihrer schlechten Leistungen nach zwei Tagen gehen durfte. „Meiner Meinung nach machte ich nichts falsch.“ S.149 Anstatt zu fragen, was sie falsch gemacht hat. Diese Aussage betrifft ihr schlechtes Feedback beim Probearbeiten, als sie Flyer, an eine vordefinierte Zielgruppe verteilen sollte. Es gibt noch mehr solcher Stellen, die mir als Leserin einfach Unwohl bereiten.

Interessant fand ich folgende Joberfahrungen:
Kapitel 4 Fundraising für eine gemeinnützige Organisation am Promotionstand
Kapitel 9 Club-Promoterin Flyerverteilen und kostenlos feiern gehen
Kapitel 10 Drei Einsätze als Komparsin durch eine Castingagentur
Kapitel 15 Berlin Museum
Ein Teil Cismaks Erfahrungen mit dem Fundraising wurde im Spiegel abgedruckt. Das könntet ihr bei Interesse im Netz finden, um eine Leseprobe und einen Einblick in diesen Job zu erhalten.
Das Museum beschreibt sie so genau, dass es unschwer zu erraten ist.

Teilweise interessant fand ich das
Kapitel 6 Coffeeshop-Kette
Den Coffeeshop nennt sie nie namentlich in diesem Buch, aber in einem Interview zu ihrem Buch „Schulfrust“ sagte sie ganz offen, dass sie bei Dunkin’ Donuts gearbeitet hat.

Kapitel 8, ein Gastbeitrag, war an sich sehr gut und lebhaft beschrieben. Es handelt sich um eine mobile Abverkaufspromotion eines Likörs auf einem dreitägigen Heavy-Metall-Event. Das Festival muss ein ziemliches Erlebnis gewesen sein, der Beitrag ist sehr unterhaltsam, auch wenn mich persönlich das Thema gar nicht interessiert hat.

Schade fand ich bei folgenden Beiträgen, dass sie nicht genug Einblicke gegeben haben:
Kapitel 3 Stripclub
Eine Erfahrung, die Anabell (20J) bei ihrem Probetag im Stripclub gemacht hat. Sie dachte zuvor, an der Stange zu tanzen wäre leicht verdientes Geld und würde ihr Spass machen. Festgestellt hat sie aber, dass es verdammt anstrengend ist, zu anstrengend, um diesen Job tatsächlich anzutreten.
Kapitel 5 Spielkasino
Der 2. Gastbeitrag. Eine Erfahrung von Robert (21J) in einem Spielkasino in Berlin
Leider ist der fast dreiseitige Bericht sehr oberflächlich, so dass Fachfremde sich nicht viel drunter vorstellen können, und die Erfahrung beläuft sich nur auf zwei Monate. Z.B. bekam er anfangs eine Ausbildung, über die es keine nähere Beschreibung gibt, wie lange, ob bezahlt… Bezahlung, Arbeitszeiten, Anstellungsmodalitäten… die Basics fehlen.
Kapitel 11 Barkeeper im Restaurant
Der 4. Gastbeitrag von einem 21-jährigen Juan, der im italienischen Restaurant seines Vater ab und an als Barkeeper arbeitet. Er verrät uns Anfangszeit, Arbeitskleidung, Lage des Lokals und Art des Publikums, erzählt auf knappen fünf Seiten aber überwiegend Anekdoten.

Alles in Allem kann ich euch dieses Buch leider nicht empfehlen, auch nicht für einen Euro

Cismak : Schulfrust

Viane Cismak : Schulfrust. 10 Dinge, die ich an der Schule hasse.

Schulfrust ist bereits das zweite Buch von Viane Cismak, erschien erstmals 2011 und ein Jahr später ging es in die dritten Auflage.
Viane Cismak möchte mit diesem Buch ein Sprachrohr für die Milliarden von SchülerInnen schaffen, die nicht zu Wort kommen oder zumindest kein Gehör finden. Sich wünscht sich, dass ihre Kritik bei den Diskussionen um Schulreformen hinzugezogen wird. Bevor ich Schulfrust gelesen hatte, habe ich mich gefragt, warum nach Jahrzehnten der bundesrepublikanischen Schulpflicht ausgerechnet im Jahr 2011 eine Abiturientin ein anklagendes Buch über das Schulsystem sowie dessen Umsetzung an staatlichen Schulen schreibt, und damit Ernst genommen wird. „Schulfrust“ ist nämlich von fast jeder Berliner und vielen überregionalen Zeitungen thematisiert worden und hat zwei Jahre nach Erscheinen die dritte Auflage erreicht. Cismaks Meinung stösst auf Interesse, weil sie einen sehr guten Abiturschnitt erreicht hat. Eine 1er-Schülerin erhebt die Stimme. Wir können der jungen Autorin also dankbar sein, und das ist nicht ironisch gemeint. Ein Grund, warum ausgerechnet im Jahr 2011… Cismak ist in so ziemlich jede Schulreform hineingeraten oder hat sie aus dem Augenwinkel (z.B.G8 bei ihrem kleinen Bruder) miterlebt.
Der Untertitel, 10 Dinge, die ich an der Schule hasse, wird in den Kapiteln wieder gefunden.

1. Leistung lohnt sich nicht
Cismak beschreibt viele Situationen, in welchen sie demotiviert sowie demoralisiert wurde und sie begriffen hat, dass sich ehrliche Leistung nicht lohnt. Bei diesen Schilderungen konnte ich nicht übersehen, wie ungerecht die Lehrkörper sind. Auch das ist meiner Meinung nach ein Grund, sich nicht anstrengen zu wollen oder zumindest so zu tun, als sei einem von jeher alles egal. Das erinnert schon sehr an früher.

2. Unterrichten nach Lehrplan? Ach, wieso denn?
5 Bsp in denen Lehrer machen, was sie wollen, anstelle Unterricht nach Lehrplan. Viele der Unarten kennen wir vermutlich alle aus der eigenen Schulzeit, z.B. wiederholte eine Lehrerin ständig den Unterricht aus der vorhergehenden Stunde. Das schlimmste hat Cismak auf einem altsprachlichen Gymnasium in Hessen erlebt, als eine Lehrerin in Physik ein ganz neues Konzept für den Unterricht ausprobieren wollte.

3. Aufbewahrungsstätte Schule
Cismak erzählt von unfähigen Vertretungslehrkräften und wie denen das Leben nicht nur durch die SchülerInnen, sondern auch durch das angestammte Lehrpersonal schwer gemacht wird. S.55 Von Unterricht konnte z.T. gar nicht mehr geredet werden, sondern es hätte betreute Freistunde heißen müssen. Aber auch die unterrichtslose Betreuung hatte nicht jede Vertretung drauf, so dass in deren „Unterricht“ Tische und Stühle aus den Fenstern und Lebensmittel an die Tafel geworfen wurden. S.47
Cismak kritisiert das Programm „Unterrichtsgarantie Plus“, aber mehr noch die Umsetzung durch das Lehrpersonal, inklusive Schulleitung und hält auch nichts von der Umbenennung des Programms in „Verlässliche Schule“ S.55 Cismak spricht sich gegen die pauschale Betreuung aus, weil es eine reine Aufbewahrung der Schüler wäre, anstelle Förderung, von individueller Förderung ganz zu schweigen.

4. In der Schule gilt: Sich nicht erwischen lassen
In diesem Kapitel erzählt Cismak von Streichen der SchülerInnen, den Reaktionen der Lehrkräfte, des Direktors und von Regelungen, die z.T. schon existierten, z.T. neu erfunden wurden.
Viel hat sich seit meiner Schulzeit nicht geändert. Die moderne Technik schafft natürlich neue Möglichkeiten, aber scheinbar nur für Unsinn. Über die Streiche, zitierten Antworten und die hilflosen Lehrkörper musste ich oft schmunzeln oder auch lachen. Aber die von den Lehrkräften inklusive Direx hervorgebrachten Ungerechtigkeiten zerstören bei mir jede Hoffnung. Und wie soll auch etwas besser werden, wenn von oben alles kaputt gespart wird? Gerade gestern war wieder in den Nachrichten, dass 41% (Berliner Morgenpost) 50% (Deutschlandfunk, ntv) der neuen Lehrer in Berlin Quereinsteiger sind. Da ist von vornherein klar, dass einige das Charisma und die Durchsetzungskraft haben, wogegen alle anderen den Kindern zum Opfer fallen und sich dementsprechend verändern.

5. Verschlimmbesserungen sind an der Tagesordnung
Die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre wurde auf Bundesebene nach und nach eingeführt, und als „G8″ und „Verkürztes Gymnasium“ betitelt. Da der Samstag nach wie vor schulfrei bleiben sollte, musste viel Unterricht auf den Nachmittag gelegt werden. Durch den Nachmittagsunterricht mussten die Schulen ein warmes Mittagessen anbieten und dazu mussten Kantinen gebaut werden. Diese Entwicklung hat Cismak bei ihrem kleinen Bruder miterlebt, der seine Hobbies, z.B. war er beim Leistungsschwimmen, nachmittags aufgeben musste. Er hatte das Glück in der Mittagspause unter großer Eile nach Hause zu fahren und dort seine Bücher auszutauschen und schnell zum Mittag zu essen. Kinder, die nicht nach Hause fahren können, tragen das doppelte Gewicht an Büchern mit sich herum.
Die Verlängerung der Grundschule auf sechs Jahre war ein weiteres Thema, da sie in Westdeutschland bisher nur vier Jahre umfasste. In Berlin gehen die Kinder seit Ewigkeiten sechs Jahre zur Grundschule, es sei denn sie sind gut genug, um nach der vierten Klasse aufs Gymnasium zu wechseln.
2005 Rechtschreibreform Das Drama um die Rechtschreibreform haben sicher viele von euch noch in Erinnerung. Für uns Erwachsene ist es weniger dramatisch, denn wie heisst es so schön: „Die Sprache gehört dem Volk“ (Resolution 1998), was bedeute wir können nicht zu einer festgelegten Rechtschreibung verpflichtet werden. Die Schulkinder aber mussten die neue offizielle Rechtschreibung lernen und haben unter dem Hin und Her gelitten.

6. Schlecht ist nicht gleich schlecht
Dieses Kapitel ist das einzige, was ich Flopp betrachte. Es geht um den Bildungsföderalismus, der Schulen des gleichen Typs unvergleichbar macht. Cismak hat von einem altsprachlichen Gymnasium in Hessen auf ein Gymnasium in Berlin Kreuzberg gewechselt und es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Kreuzberger Gymnasium kommt mir nach ihren Schilderungen eher wie eine Sonderschule vor. Dort war z.B. Schönschrift ein Teil der Bewertungen von Hausaufgaben und Klausuren. Das erklärt die guten Abiturnote der Autorin. Da Cismak „nur“ vier Schulen persönlich besucht hat, beruft sich auf Statistiken, Expertenaussagen und Studien, belegt aber nicht eine davon. Selbst wenn sie aufgrund ihres Alters noch nicht wusste, dass herangezogene Äusserungen belegt werden müssen, hätte der Verlag ihr das mitteilen müssen. Aber das ist nicht meine einzige Kritik an diesem Kapitel. Selbst in einer Stadt gibt es diese extremen Unterschiede im Niveau von Schulen des gleichen Typs. Wir haben z.B. das Gymnasium Steglitz, auch ein altsprachliches Gymnasium, mit einem sehr hohen Niveau, die „normalen“ Gymnasien und dann gab es zu meiner Zeit noch die Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe, die ein eher niedriges Niveau hatten. So sprach es sich zu meiner Zeit herum, dass einE GymnasiastIn mit schlechten Noten ein tolles Abitur auf einer Gesamtschule erreichen kann(, ohne sich großartig anzustrengen). Inzwischen heissen Haupt-, Real- und Gesamtschulen Sekundarschulen oder einfach Oberschulen, z.T. mit mit gymnasialer Oberstufe. Aber es gab auch Unterschiede im Niveau bei ein und dem gleichen Schultyp innerhalb des selben Bezirks, was meines Wissens nach an den Schulkindern liegt, die sich in sozialen Brennpunkten anders verhalten als ein paar Viertel weiter.
Hier spricht sie sich auch nochmals gegen verlängerte Grundschulzeit aus.

7. Wo Sexismus geduldet wird
Hier geht es um die Rolle der Frauen im Islam und das daraus entstehende Verhalten der SchülerInnen. Ein Problem wurde daraus, weil an der Schule, die sich selbst als multikulti bezeichnet, nur eine Kultur vertreten war. Da Cismak, als Neue in der Schule und in der Stadt, auf ihre KlassenkameradInnen als Sozialkontakte angewiesen war, aber nur drei von ihnen religionsfrei waren, befreundete sie sich auch mit den Moslems. Das bedeutete für sie aber auch, dass sie entweder auf ihre Freiheiten (Parties, Alkohol, Kleidung, freier Sex), die in der religionsfreien deutschen Kultur üblich sind, verzichtet oder als Schlampe bewertet wird. Cismak berichtet aber nicht nur von diesen privaten Erfahrungen, sondern dass während des Ramadans kein Unterricht möglich war, dass die Schule nie ein religionsfreier Ort war, dass die im Berliner Schulgesetz festgelegten Werte nicht vermittelt wurden. Auch im Unterricht wurde der Islam i.B. auf die Rolle der Frauen und Terrorismus mehrfach thematisiert und diskutiert.

8. Vorteil Harz 4
Ich würde das Kapitel gerne in „Nachteil Geringverdienende“ umbenennen.
Cismak hatte sich in Hessen für ein Austauschjahr interessiert, aber 6000,-€ konnte ihre Mutter nicht aufbringen. Daher hat sie sich für ein Stipendium beworben, wurde aber abgelehnt. Sie konnte sich damals dem Eindruck, aufgrund ihrer familiären Situation, benachteiligt worden zu sein nicht erwähren.
Viele ihrer KlassenkameradInnen des Gymnasiums in Hessen wurden in den Ferien auf Sprachreisen geschickt, was Cismak verwehrt blieb, da in ihrem Elternhaus nicht genug Geld zur Verfügung stand. Leider hatte dies zur Folge, dass nach den Ferien das Unterrichtsniveau in Englisch und Französisch sprunghaft anstieg, und Cismak im Vergleich zu den Anderen schlechter wirkte.
Bevor Cismak in Berlin die 12. Klasse antrat erhielt sie eine Liste mit Büchern, die sie etwa 100,-€ gekostet hätten. Das kannte sie aus Hessen nicht. Das Büchergeld, sowie Geld für Klassen- und Studienfahrten und Ausflüge zu Museen konnten sich Harz 4-EmpfängerInnen vom JobCenter bezahlen lassen. Geringverdienende fallen hier durch die Maschen des Hilfenetzes. Dementsprechend konnten Kinder aus Familien mit geringem Einkommen an einigen Aktionen der Schule nicht teilnehmen. Folgerichtig fordert Cismak, das Geld für Bildung und Teilhabe sollte lieber der Schule für Ausstattung, wie PC, Software, Bibliothek zur Verfügung gestellt werden, anstelle nur den H4-Kindern.
Der letzte Punkt trifft nicht nur auf die Schule zu. Geringverdienende können sämtliche Vergünstigungen nicht erhalten, die für H4-Empfangende durch den Nachweis oder Berlin-Pass leicht in Anspruch zu nehmen sind. Das beginnt mit nicht wegzusparenden Ausgaben wie dem Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr, geht über Kleiderkammern und endet bei der kulturellen Teilhabe, z.B. Schwimmbad.

9. Sympathie, das wichtigste Bewertungskriterium
Ungerechtigkeit und Willkür bei der Benotung ist kein neues Phänomen. Ich habe mich hier sehr an früher erinnert gefühlt. Wir sagten immer, die Lehrer würfeln die Noten. Das einzige tröstliche dabei war, dass die Lehrkräfte unterschiedliche Lieblinge und Antipathien hatten. Meine Freundin jedoch hat es böse getroffen. Ihr wurde die Oberstufenempfehlung verweigert, so dass sie über den zweiten Bildungsweg gehen musste und dementsprechend viele Lebensjahre ohne Verdienst hatte.

10. Verantwortungslos aus Überzeugung
Hier führt sie ein Beispiel nach dem anderen an, in dem Lehrer ihre Macht missbrauchen, gleichgültig, faul, inkompetent oder fies sind. Dieses Kapitel zeigt meiner Meinung nach sehr deutlich, wohin die Sicherheit der Beamtenstellen geführt haben – nicht etwa zu guter Arbeit und Loyalität, sondern zu Missbrauch. Dies ist eines der Kapitel, das die meisten und übelsten Erinnerungen in den Lesenden hervorrufen wird.

Mein Fazit:
Ein Kapitel fand ich schlecht, ansonsten ein gutes und interessantes Buch mit berechtigter Kritik und guten Vorschlägen. Darüber hinaus ist das Sachbuch durchaus unterhaltsam. Der Stil von Cismak ist leicht und schnell zu lesen, so dass sich die Lektüre auch für unterwegs eignet. Ich habe dieses auf Büchlein für 1,-€ in einem Ramschladen gekauft, aber ihr könnte es auch gebraucht bei den üblichen Anlaufstellen im Internet kaufen.

Jilliane Hoffman : Insomnia

Hier habe ich mal wieder einen ganz neuen Roman aufgetan, der 2016 auf englisch und Anfang 2017 als deutsche Übersetzung erschienen ist. Der Originaltitel „The Girl Who Cried Monster“ ist passender für die Story. Dieser Krimi-Thriller hat nichts zu tun mit dem Buch „Insomnia“ (1994) von Stephen King, deutscher Titel „Schlaftlos“, und dem norwegischen Film „Insomnia“ (1997), deutscher Titel „Todesschlaf“ und dessen Neuverfilmung (2002), mit dem Titel „Insomnia – Schlaflos“.

Um es kurz zu sagen: Insomnia ist ein mittelmäßiges Buch.
Ich habe es zu Ende gelesen, also war es spannend und interessant genug. Es gibt einiges zu kritisieren, aber auch etwas zu loben.

Meiner Meinung nach ist dieser Thriller der Aufhänger für mannigfaltige Gesellschaftskritik. Lesende, die einfach nur den Krimi-Thriller wahrnehmen möchten, halten hier einen spannenden Roman in den Händen. Die Tiefgründigeren unter euch, mit dem Faible in alle Richtungen zu denken, finden hinter der Handlung des Spannungsromans noch eine Ebene, mit vielen Denkanstößen. Die Gesellschaftskritik betrifft die einzelnen Menschen, wie dich und mich, deren unreflektierte Meinung, deren Gerede und Parteinahme, ohne wirklich informiert zu sein, in der Masse zu Mobbing und durch die sozialen Medien noch um ein vielfaches schlimmer wird. Die Kritik betrifft aber auch die Neuen Sozialen Medien, insbesondere Facebook und den dahinter stehenden Marc Zuckerberg, aber deshalb die alten Medien nicht weniger. Die Journaille wird in dem Roman immer wieder mit sehr deutlich abwertenden Bezeichnungen und Szenen beschrieben – also so wie sie es verdient haben.

Kurz beschrieben geht es um einen Mann, der seit seiner Kindheit an Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen sowie bösen (Zwangs-)Gedanken leidet, seine grausamen bis perversen Gedanken ausführt, als Hammermann bezeichnet wird, und viele Jahre von der Polizei, samt einigen Spezial-Einheiten, nicht gefunden wird. Auch geht es um eine junge Frau, die genau seinem Opfer-Schema entspricht, von ihren Eltern als braves, zuverlässiges Mädchen und gute Schülerin beschrieben wird, aber mit 17 Jahren nach einer Party nicht mehr nach Hause kommt. Einige Tage später betritt dieses Mädchen, wundenübersäht und verwirrt, eine Kneipe, in der sie um Hilfe bittet und zusammenbricht. Alle, die Mallory in diesem Zustand sehen, behaupten, sie wäre dem Hammermann entkommen, sie wäre ein Opfer dieses jahrelang gesuchten Mädchenmörders. Was liegt da näher, als diese Behauptung einfach zu bestätigen? Eine Gelegenheit würde ich sagen, um nicht zugeben zu müssen, was Mallory tatsächlich passiert ist, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen wollte und dafür dann doch zu feige war, und dass sie absolut nicht weiss wie es weitergehen soll.

Dann kommt Bobby Dees ins Spiel, der Special Agent für verschwundene Kinder und Jugendliche, den Jilliane Hoffman bereits in ihrem vorhergehenden Roman, „Mädchenfänger“, ermitteln ließ. Für die Hauptperson einer Krimiserie, tritt er spät auf den Plan und ist meiner Meinung nach als Person nicht gut genug charakterisiert. Seine Besonderheit, Kompetenz und Begabung besteht in dem Verschwinden und Vermissen seiner eigenen Tochter, die ebenfalls mit 17 Jahren nicht mehr nach Hause kam, in der Angst, die er und seine Frau um das Mädchen hatte, die immer wieder besonders hochgekocht ist, wenn eine Mädchenleiche identifiziert werden musste. Seine Tochter war den Drogen verfallen und abgehauen, als ihr alles zu viel wurde, hat ein Jahr auf der Straße gelebt, sass letztendlich bettelnd und schmutzig am Straßenrand, konnte aber irgendwann aufgegriffen und überzeugt werden, wieder ins Elternhaus zurückzukehren. Seitdem hat sie sich in ihr Leben zurückgekämpft, mit Entzug, Therapie, Arbeitsplätzen zum Aufbauen ihrer Arbeitsfähigkeit, Schulabschluss, Studium… Das Schicksal gehört meiner Meinung nach seiner Tochter, auch wenn ihr Verschwinden ein Schicksalsschlag für die Eltern war. Darauf reitet die Autorin aber immer wieder herum, wenn Bobby-Dees-Szenen sind. Scheinbar sollen wir Lesenden dadurch eine positive emotionale Bindung zu dem 46-jährigen Ermittler aufbauen, und ihn für super-besonders-kompetent halten. Bei mir ist das leider eher nach hinten los gegangen. Er stampft rücksichtslos in das Krankenhauszimmer von Mallory, obwohl er weiss, dass sie gerade eine Befragung durch seine Kollegen hinter sich hat, und befragt sie aufdringlich, obwohl sie ihm immer wieder sagt, dass es ihr zu viel ist, dass sie bereits alles ausgesagt hat, woran sie sich erinnern kann. Aber er sieht auch, dass ihre Verletzungen nicht zu ihren Aussagen passen. An dieser Stelle frage ich mich wirklich, ob das Krankenhausteam und Bobbys Kollegen so inkompetent sind und wie er durch das Verschwinden seiner Tochter so gut gelernt hat Wunden einzuschätzen. Aber Ironie beiseite und weiter mit dem Genörgel. Mallory gibt zu, dass sie „gelogen“ hat, nachdem der Special-Agent ihr heftig ins Gewissen geredet hat. Aber sie bekommt keinerlei Hilfe. Auf ihre Probleme wird nicht einmal richtig eingegangen. Das fällt mir insbesondere deshalb auf, weil Bobby-Dees von der Autorin bei fast jeder seiner Szenen in Selbstmitleid gebadet wird, und wie gesagt war nicht ER drogensüchtig und obdachlos, sondern seine Tochter.

Mallory wird nun von der Presse fertig gemacht und ist auch bei Privatpersonen das Mobbing-Opfer Nr. 1. Dank technisch hochwertigen Smartphones und Instant-Messaging-Anwendungen haben ihre MitschülerInnen völlig legale Waffen zur Verfügung, die einen Menschen zerstören können. Dank den Neuen sozialen Medien, wie Facebook, Instagram u.s.w. schalten sich auch fremde Privatpersonen in das Internetmobbing ein und Mallory wird nicht nur in der Schulzeit gemobbt, sondern ist rund um die Uhr einem grenzenlosen Cyber-Bullying ausgesetzt, und wie wir wissen vergisst Google nichts, zumindest Inhalte, die über Reader abonniert wurden, bleiben den AbonnentInnen im Archiv erhalten. Sie und und ihr Elternhaus werden zusätzlich mehrfach tätlich angegriffen, u.a. mit Scheisse beworfen.

Ihre Eltern ziehen in einen anderen Bundesstaat und ändern die Namen der Familienmitglieder. Mallory Knight heisst nun Callie Monahan und hat ihr Erscheinungsbild sehr stark verändert.

Mit Callie Monahan (Mallory Knight) hat Hoffman eine seht starke Persönlichkeit geschaffen, vielleicht sogar zu stark bis unrealistisch. Wie gesagt hatte sie keine Hilfe (angeboten) bekommen, sondern musste vom Krankenhausbett aus wieder zurück in ihren Alltag. Nach der Phase, in der sie und ihre Familie Mobbing und Cybermobbing ausgesetzt war, nach der Phase von Flucht und dem Aufbau einer neuen Identität, ist es unvorstellber oder unglaubwürdig dass sie einen sehr guten Schulabschluss erreicht, für Jura angenommen wird, dadurch wieder nach Florida zurück geht, und die Kraft für dieses trockene und anstrengende Jura-Studium aufbringt. Wirklich unglaubwürdig ist die Love-Story zwischen ihr und einem jungen Cop.

Der junge Cop besitzt genügend Tiefe, um authentisch zu wirken, aber die anderen Protagonisten sind zu flach beschrieben.

Im Prolog lernen wir einen Ausschnitt der Täterperspektive kennen, was ich ganz interessant finde. Ein unschuldiger Junge, der Hilfe benötigt hätte. Wegen Schlafstörungen (das deutsche Wort für Insomnia) und schrecklicher Kopfschmerzen hat er eine medizinische Odyssee hinter sich. Ernährungsweise, Medikamente, Krankenhäuser, Untersuchungen, Therapien…halfen dem Kind nicht, und als Teenager wollte er irgendwann nur noch seine Ruhe haben. Allerdings hat er nur einen zaghaften Versuch unternommen, von den grauenvollen Gedanken zu berichten, die mit seinen Kopfschmerzen einhergehen. Es könnte also sein, dass er passendere Medizin erhalten hätte, wenn die Ärztinnen von diesen bösen Gedanken gewusst hätten.
Eines Tages kämpft er nicht mehr gegen seine Gedanken an, sondern setzt sie in Taten um. Erst quält er ein Tier zu Tode, womit seine Insomnia, Kopfschmerzen und abartig-sadistischen Gedanken für einen Zeitraum verschwinden. Als sich seine Qualen wieder zurück melden, quält er erneut und dann weitere Tiere, bis das vermehrte Fehlen von Haustieren in der Nachbarschaft auffiel. Daraufhin schnappte er sich einen Menschen und spezialisiert sich letztlich auf Mädchen, die zuhause weggelaufen sind, da die Ausreisserinnen oft nicht gesucht werden. Aber einige der Mädels wurden durchaus gesucht und ER wird seit vielen Jahren als Serienmörder, namens Hammermann, gesucht. Weitere Infos erhalten wir, als er bereits Mitte 30 ist und …

Der Stil des Romans gefällt mir nicht. Die Schreibe ist bestenfalls 0815, aber immer mit einem Hang zum Primitiven, zum Derben. An einigen Sätzen fällt besonders auf, dass die Autorin oder die beiden Übersetzerinnen sich nicht viel Mühe machen oder ihr Handwerk nicht besonders beherrschen. Z.B. „…,doch wie alles andere auf dieser Welt waren auch die Nachrichten von gestern zu, nun, eben Nachrichten von gestern geworden.“ S.436, 2. Abs.. Es gibt viele solcher Stellen, aber ich will es dabei belassen.

Nach dem Prolog hat mich das Buch erst ab S. 108 / 14. Kapitel begonnen zu interessieren, da es mich endlich berührt hat. Trotz vieler Geschehnissen und harter emotionaler Belastungen für die Protagonistin begann ich mich schon wieder etwas zu langweilen und mich zu fragen, wo die story nun hin will.
Auf S.258-259, dem Übergang vom 41.-42. Kapitel, nimmt die Story aber noch mal an Fahrt auf. Auf S. 389 beginnt scheinbar das große Finale, auf S. 400 scheinbar der Show-Down und danach liest sich der Text wie ein Epilog, aber bis zum Ende sind noch etwa 70 Seiten Inhalt, so dass eine inhaltliche Wende zu erwarten ist. Andeutungen werden auf S. 428-431 gemacht. Ihr seht also die Handlung zieht sich.

Queen of Twilight

Chas Newkey-Burden : Queen of Twilight. Stephenie Meyer (Biografie).

Dieses Buch habe ich auch für einen Euro auf einem Sonderangebotstisch eines Billig-Ladens gefunden. Mal einen Blick auf Stephenie Meyer werfen, stellte ich mir interessant vor.

So ein riesengroßer Erfolg wie Meyer ihn hat, entsteht meiner Meinung nach nicht zufällig, sondern muss irgendwo in ihr und ihrem Werdegang begründet sein. Auf S. 54 wird sie von Chas Newkey-Burden mit den Worten zitiert: „Ich habe das Schreiben nur durchs Lesen gelernt, das war mein einziges Training.“ Aber wie viele Menschen lesen ebenfalls sehr viel und versuchen sich am Schreiben? Jedoch bereits der Umgang mit der eigenen Sprache und der Stil vieler Hobby-AutorInnen lösen kommentarlose Abwendung, Kritik oder gar ziemlich böse Kommentare der Lesenden aus. Von Respektlosigkeiten über Ignoranz bis hin zur Hochachtung habe ich mich über Kommentare und die dahinterstehenden KommentatorInnen auf wattpad gewundert.

Meyers Aussage ist vielleicht doch etwas zu bescheiden, denn zumindest muss der literarischer Input bei ihr auf einen wertvollen Nährboden gefallen sein. Und siehe da: Die Bestseller-Autorin hat ein Englisch-Studium absolviert, sich also sehr intensiv mit der Sprache auseinander gesetzt.

Über das Leben der 1973 geborenen Meyer steht wenig in dem Büchlein. Ich glaube inzwischen, sie scheint es nicht so zu mögen, viel über sich und ihr Privatleben bekannt zu geben, denn auch auf ihrer HP steht unter Bio eher etwas über ihre Bücher als über sie. Wer an Meyers Werdegang interessiert ist, sollte ihren Wikipedia-Eintrag kostenlos lesen.

Rein tabellarisch betrachtet, wirkt Meyers Vita langweilig. Sie hat alle Stationen erfolgreich absolviert und blieb unauffällig. Nach ihrem Studium wurde sie Hausfrau und Mutter. In meinem Umfeld wäre es als Katastrophe angesehen worden, wenn eine Frau diesen Jahrgangs, trotz Hochschulabschluss zu Hause bleibt, also nichts aus sich macht und die Intelligenz im Haushalt wieder zusammenschrumpfen lässt. Aber im sozialen Umfeld Meyers war dieser Entwicklungs-(Rück-)Schritt üblich, unüblich eher das Studium, da sie als Mormonin aufgewachsen und bei dieser Religion geblieben ist. Interessanterweise hat sie ihr Studium mit Stipendium an einer Mormonen-Universität absolviert. Mein Gedanke dazu war, warum fördert die Uni eine Frau mit einem Stipendium, wenn Frauen sowieso nur Hausfrauen und Mütter werden(?). Das dieses Stipendium kein verschenktes Geld ist, sondern Meyers Erfolg den Mormonen und der betreffenden Uni viel Aufmerksamkeit zurückbringen wird, konnte wohl damals kein Mensch wissen. Stark religiöse Menschen würden vielleicht sagen, Meyers Erfolg sei eine göttliche Fügung.

Was ist in der dieser Biografie, namens „Queen of Twilight“ das Besondere oder was steht da ausser der Vita noch drin?

Auf die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, kurz und besser bekannt als Mormonentum, wird in dem Buch näher eingegangen. Welche Besonderheiten die Religion mit sich bringt und wie Meyer demzufolge gelebt hat. Davon sind nicht nur Dates und Sex betroffen, sondern auch u.a. die Musikauswahl. Meyer sagt selbst, die Religion hat einen großen Einfluss auf ihr Leben und Schreiben.

Newkey-Burden scheint viel in Meyers Leben herumgeschnüffelt zu haben, so dass er diverse Leute aus ihrer Vergangenheit, wie z.B. einen ihrer ehemaligen Lehrer zitiert. Das Buch „Queen of Twilight“ ist eher eine Mischung aus journalistischer Schnüffelei und Analysen anstelle einer Biografie.

In der Mitte des Buches ist ein Fototeil, mit einigen Farbfotos.

Auf die Entstehung von Twilight geht Chas Newkey-Burden sehr gründlich ein. Bis dahin fand ich das Buch inhaltlich noch interessant. Auch die Phase der Veröffentlichung hat mich interessiert. Aber dann er hat ihre Romane zusammengefasst und analysitert, was ich nervig fand und nur quergelesen habe. Newkey-Burden ist immer wieder sehr bemüht den mormonischen Einfluss in Meyers Romanen aufzuzeigen, z.B. Zurückhaltung und Enthaltsamkeit von Bella und Edward. Dann hat er leider alle Rezensionen zu Twilight durchgearbeitet, oder geradezu analysiert. Diesen Teil habe ich auch nur überflogen. Als er dann aber Rezensionen zum zweiten Band auch noch analytisch behandelte, hatte ich die Nase voll und habe die Lektüre abgebrochen. Was Solls? Es hat nur einen Euro gekostet. Aber für den Verlag summieren sich auch die vielen einzelnen Euros, die wir alle zusammen für solche seltsamen Bücher quasi wegwerfen.

Daniela Ohms : Harpyienblut

Harpyienblut ist Daniela Ohms Debütroman, wurde 2011 veröffentlicht und ich habe das Buch 2017, als eingeschweißte Hardcover-Ausgabe, für 1,-€ auf dem Grabbeltisch eines Ramschladens, erstanden. Ich bin ganz froh, dass ich nicht viel mehr bezahlt habe, denn der Roman ist zwar von der Idee her
interessant, hat aber auch deutliche Schwächen. Der Fantasyroman bedient sich der griechische Mythologie und ist den Untergenres Romantasy sowie Urbanfantasy zuzuordnen. Die Handlung spielt überwiegend in Berlin, was für mich auch ein Kaufgrund war, jedoch musste ich feststellen, dass keinerlei Berlin-Feeling entsteht und die Besonderheiten Berlins eine eher geringe Relevanz haben. Wer fährt bitte morgens, wegen eines leeren Kühlschranks, von Neukölln bis zur Schönhauser Allee, um dort in einem Café zu frühstücken?!?! (Anmerkung für Ortsfremde: In Neukölln gibt es sehr viele gute Frühstücks-Cafés, und es ist dort für junge Leute viel angenehmer, weil weniger Kinderalarm.)

Harpyien sind Wesen aus der griechischen Mythologie, was mir auch interessant erschien, da mir bisher noch nicht viel Romane darüber begegnet sind. Unsere Protagonistin, Lucie, ist ein Harpyienblut, weiss aber rein gar nichts über ihre Besonderheiten und ihre Herkunft. D.h. wir Lesenden entdecken das Geheimnis um Lucie mit ihr gemeinsam, Stück für Stück. Deshalb, so vermute ich, werden die unterschiedlichen Arten der Harpyien sowie ihre Entstehung, Nahrung und Aufgaben in einem Verwirrspiel mit vielen Wiederholungen immer wieder neu und etwas anders dargestellt. Auch mit den Begriffen Seele und Geist verhält es sich leider so. Die fehlende Transparenz sowie gute Erklärungen machen die Handlung nicht interessanter, sondern minimieren den Spass am Lesen.

Vergleichen lässt sich der Roman gut mit dem wesentlich besseren „Plötzlich Banshee“ von Nina MacKay, den viele von euch kennen werden. Beide Romane sind nicht nur aus dem gleichen Genre und Untergenres. In beiden Fantasyromanen geht es um Wesen aus alten Mythologien und jeweils ist es eine sehr junge Protagonistin, die ihre Besonderheit geheim hält, aber nicht weiß, was es damit auf sich hat. Beide Protagonistinnen wurden von ihrer Mutter ausgesetzt, hatten also keine Familienmitglieder, die sie fragen konnten. In beiden Fantasyromanen wurde das Familiengeheimnis und das Wissen um die Mythologie Stück für Stück wie ein Puzzle zusammen gefügt. Aber bei MacKay waren die Erklärungen gut verständlich und die Wiederholungen unterstützend. Bei Ohms ist eine starke Konzentration notwendig und eigene Notizen sind sinnvoll.

Aber zurück zur Hauptperson, Lucie, einer knapp 18-jährigen Schülerin, die auf ihrem Rücken Flügel versteckt. Daher kann sie z.B. nicht ins Schwimmbad oder nach dem Sport nicht mit ihren Kameradinnen duschen. Paradoxerweise lässt Ohms die Hauptfigur sehr engagiert Volleyball spielen – nicht nur zu oft, sondern auch – zu hoch springen und zu kräftig schmettern – einfach zu gut; also alles ist viel zu auffällig. Lucie hat aber noch einige andere Superkräfte. Zu ihren Features gehören z.B. die Gedanken und Gefühle anderer Menschen erkennen und beeinflussen zu können und alle Sprachen zu können, in denen sie angesprochen wird. („Lucie konnte jede Sprache verstehen, sobald ein Mensch vor ihr stand und sie benutzte.“ S.40) Natürlich war Lucie niemals krank, so dass weder Arztbesuche noch Krankenhausaufenthalte anfielen, bei denen ihre Anomalie aufgefallen wäre. Sie wiegt übrigens nur ca. 30kg, aber das fällt niemandem auf. Kontrolle, Vorsorge, Impfungen?!? – alles klar! Meiner Meinung nach hat Ohms hier eine Hauptperson geschaffen, die so viele besondere Fähigkeiten hat, dass sie unglaubwürdig bis unsympathisch wirkt.

Leider gibt es zu Lucie noch ein menschliches Pendant. Sergei ist der Sohn eines Harpyienbluts und kann die Gefühle von einem Harpyienblut erkennen und beeinflussen. Also genau andersherum als bei Lucie, und er ist der einzige Mensch, in dessen Emotionen Lucie nicht eindringen kann. Sergei stammt aus einem russischen Dorf, in dem mehrere Mädchen mit Flügeln aufwuchsen. Daher weiss er ein paar Dinge über die Abkömmlinge der Harpyien, aber nicht wirklich viel. Das Unangenehme ist an Sergei, dass auch er so ein Alleskönner mit Turboantrieb ist. Er studiert Medizin und nebenbei noch diverse andere Fachgebiete. Er kann viele verschiedene Sprachen, seine Ein-Zimmer-Wohnung gleicht einer gut sortierten Miniaturbibliothek und ist penibel sauber. Zusätzlich hat er noch einen Garten in einer Laubenkolonie, in dem eine Vielfalt von Pflanzen und Früchten gedeihen, aber nicht etwa in wilder Schönheit, sondern penibel angelegt. Er kocht natürlich auch selbst, Eintopf ebenso wie Marmelade. Selbstverständlich geht er auch einer Reihe von Nebejobs nach. Nicht zu vergessen, dass er immer und jederzeit für Lucie da ist. So toll war nicht mal Superman, oder? Solche Protagonisten stossen bei mir weder auf Sympathie noch auf große Begeisterung und verleiden mir die story.

Neben diesen beiden Personen, nicht zu vergessen dem Schmetterlingsjungen, wirkt Emilia, die beste Freundin von Lucie einfach nur blass und mickrig. Das ist schade, denn auch sie hat es nicht leicht und ist trotzdem eine wirklich gute Freundin, die etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Lucie hat noch nie einer Menschenseele von ihren Flügeln erzählt. Nur ihre Ziehmutter, die sie im Wald gefunden hat, als sie gerade aus dem Ei geschlüpft ist, wusste von den Flügeln. Das wirkt alles so hanebüschen. Welche Frau würde denn bitte ein Kind behalten, das sie sie im Wald findet und an dessen Rücken sie Flügel entdeckt??! Welche Frau lebt überhaupt alleine im Wald??? Es müssen einige sein, denn im Verlauf der Handlung finden sich noch weitere geflügelte Menschen, die alle von einer einsam im Wald lebenden Frau gefunden und aufgezogen wurden.
Meiner Meinung nach hat Ohms sehr viel auf Biegen und Brechen konstruiert.

Ganz zum Schluss kommt auch noch mal ein Klopper, aber mehr dazu würde unter die Rubrik Spoiler fallen, und falls es Lesende gibt, die Gefallen an dem Roman finden, möchte ich denen das Lesevergnügen nicht verderben.

Des weiteren gibt es unlogische Stellen. Ein Harpyienblut hat seinen Aufgaben nachzukommen. Tut es das nicht, wird es getötet. Dann frage ich mich, warum der Schmetterlingsjunge so viele Suizidversuche unternommen hat, wo doch die Arbeitsverweigerung völlig ausgereicht hätte.

An einer Stelle scheinen die Jugendlichen auf Festnetztelefonie angewiesen zu sein. „Jeden Abend rief Emilia inzwischen bei ihr an, ohne sie zu erreichen.“ S.135 Aber bis auf Jean de Louisienne haben alle ein Mobiltelefon.
. „Sergej ließ das Handy fallen… “ S. 139
„Jetzt nimm dein Handy und Ruf deine Freunde an.“ sagt Jean de Louisienne auf S.348 zu Lucie.

Alles in Allem ganz sicher keine Empfehlung, aber wenn es jemenschen in die Hände fällt, warum nicht mal rein lesen. Da in letzter Zeit viele derartige Romane entstanden sind, könnte dieses Buch vielleicht wenigstens etwas zur Inspiration taugen.